Die Ehefrau des Martin Luthers.

Katharina von Bora


Catharina von Bora

29.Januar 1499

Geburt zu Lippendorf

1505

Aufnahme ins Augustinerinnenkloster [ Klosterschule ] St. Clemens, Brehna

1509

Aufnahme ins Kloster Marienthron in Nimbschen bei Grimma

1514

Beginn des Noviziates

08. Oktober 1515

Legte Katharina das Gelübde ab. Weihe zur Nonne. Damit wurde sie zum frühestmöglichen Termin Nonne.

06./07. April 1523

Flucht mit elf weiteren Nonnen, neun Nonnen kommen über Torgau nach Wittenberg. Aufnahme im Hause Cranach des Älteren. Zuneigung zu dem in Wittenberg studierenden Hironymus Baum-Gärtner, Patriziersohn aus Nürnberg. Dessen Eltern holten ihn aber zurück. Auch der Vermittlungsversuch Luthers scheiterte. Der Dozent Pfarrer Glatz aus Orlamünde warb um sie. Katharina lehnte aber ab. In einem Gespräch mit Nikolaus von Amsdorf soll sie geäußert haben, dass sie Luther heiraten wolle. – Luther wiederum wollte lieber Ave von Schönfeld, eine andere Nonne aus der Nimbscher Gruppe heiraten.

1523

Aufnahme im Hause Cranach des Älteren zu Wittenberg.

13. Juni 1525

Verlobung und Trauung mir Dr. Martin Luther

27.Juni 1525

Hochzeitfeier im Schwarzen Kloster.

07.Juni 1926

wurde der älteste Sohn Luthers, Johannes geboren.

10. Dezember 1527

Geburt der Tochter Elisabeth. Sie starb bereits im Alter von 8

Monaten.

04.Mai 1529

Geburt der Tochter Magdalena. Sie starb im Alter von 13 Jahren.

1531

Sohn Martin wurde geboren

1533

Sohn Paul wurde geboren

1534

Tochter Margarethe wurde geboren.

1535

Katharina Luther ordnete den Haushakt, nutzte das auf dem Kloster liegende Baurecht, betrieb Viehzucht, pachtete mehrere Grundstücke.

1535

Beginn längerer Umbauarbeiten am Wohnhaus der Luthers

1540

Erwerb von Gut Zölsdorf aus dem Besitz des Hans von Bora

1552

Flucht vor der Pest in Wittenberg

20.Dezember 1552

Tod Katharinas

21. Dezember 1552

Beisetzung in der Stadtkirche St Marien

Katharina von Bora wurde am 29.01.1499, einem Dienstag, auf dem Gut Lippendorf, Kieritzsch bei Borna / Grafschaft Meißen, als Tochter des verarmten Adeligen Hans von Bora und seiner Ehefrau Katharina von Haubitz geboren.

Die materiellen Verhältnisse des Vaters Hans von Bora waren bescheiden und vergrößerten sich noch durch seine Kinderschar. Sie hatte noch drei Brüder und wahrscheinlich noch eine Schwester, Maria genannt.

1505 starb ihre Mutter und Hans von Bora ging eine zweite Ehe mit einer Margarethe ein.

Als 5jährige wurde Katharina von ihrem Vater in die Klosterschule der Benediktinerinnen zu Brehna bei Halle zu den gebracht. Er sah sich wohl aus wirtschaftlichen Gründen nicht in der Lage Katharina im eigenen Hause aufzuziehen.

1509 ließ der Vater seine Tochter in das Kloster Marienthron der Zisterzienserinnen zu Nimbschen übersiedeln. Nun nicht mehr als Schülerin, sondern für den geistlichen Stand vorbestimmt Die Äbtissin Margarethe von Haubitz, war dem Gerücht nach, eine leibliche Tante Katharinas. Anfang des 16. Jahrhunderts war es ein Privileg, stellte die Schulbildung in Lesen, Schreiben, Singen und den Anfangsgründen des Lateins dar. Ein Gefühl des Behütetseins dürften die klösterlichen Ordnungen, soweit sie überhaupt für Schülerinnen galten, vermittelt haben. Im Kloster Marienthron waren 43 Nonnen als Nachkommen des sächsische Adels unter sich. Schwere körperliche Arbeit wurde ihnen nicht Arbeit abverlangt. Die neun adeligen Schülerinnen verbrachten ihre Zeit mit Gebet, Sticken und leichter Gartenarbeit, waren also durchaus in einer günstigen Lage.

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Das Zisterzienser – Nonnenkloster

"St. Marienthron" wurde im Jahre 1251 errichtet

Katharina von Bora lebte von 1503 bis 1523 in dem Kloster

Katharina lernte in dieser Zeit die betriebswirtschaftlichen Abläufe in der Landwirtschaft, wie auch die Religiösität der einfachen Leute kennen.

Der einjährigen Prüfungszeit, dem Noviziat, konnte oder wollte sie sich nicht entziehen, das Noviziat begann 1514. Am 18.Oktober 1515 erhielt sie die Weihe als Nonne.

Das Leben im Kloster verlief in streng geregelten Bahnen, jedoch nicht ohne die kleinen Freuden dieser Welt ab. Hier las Katharina mit ihren Mitschwestern die ersten Schriften des Reformators Martin Luther, der Gedanke zur Flucht reifte bei ihr und anderen Nonnen. Sie zählte zu den Nonnen, die fest entschlossen waren, das Kloster zu verlassen. Da die Bitte, das Kloster verlassen zu dürfen, von ihrem Vater nicht erhört wurde, wandte sie sich darum an Luther. In der Nacht von Ostersamstag zu Sonntag, dem 06. zum 07. April 1523 fuhr Leonhard Koppe, Kaufmann und Ratsmann zu Torgau, mit zwei jüngeren Verwandten, mit einem Versorgungswagen beladen mit leeren Bierfässern, Heringstonnen und Kisten im Kloster vor. Sie hatten sich auf Bitten von Martin Luther zu diesem Vorhaben bereit erklärt den 11 Nonnen zur Flucht zu verhelfen. Die Flucht gelang. Drei Nonnen gingen gleich zu ihren Angehörigen, so dass lange nur von neun Nonnen die Rede war.

Katharina konnte nicht nach Hause, weil dort nach kirchlichem und weltlichen Recht auf die Rebellion und das Brechen des Gelübdes die Todesstrafe stand. In den der lutherischen Reformation feindlich gegenüberstehenden Herrschaftsgebieten wurde die Todesstrafe durchaus angewandt.

Für die mittellosen neun Nonnen in Wittenberg ließ Luther zunächst am kurfürstlichen Hof eine Kollekte organisieren. Luther musste nun die Nonnen versorgen, also ihnen Ernährer, das heißt Ehemänner vermitteln, er war recht erfolgreich,

Katharina von Bora fand vorläufig in der Familie des Stadtschreibers Philipp Reichenbach Wittenberg zu Aufnahme. Dort lernte sie Hieronymus Baumgartner aus Nürnberg kennen. Er versprach ihr die Ehe, zog sich aber von ihr zurück, als ihm seine reiche Familie die Enterbung androhte , falls er die flüchtige Nonne heiraten würde. Sein Vater rief ihn nach Hause zurück. Die ihr von Luther angetragene Heirat mit dem Pfarrer und Theologieprofessor Kaspar Glatz von Orlamünde lehnte sie ab.

Als Luther darüber klagte, erwiderte Katharina ihm, dass sie sich nur vorstellen könne, seine Frau zu werden. Luther nahm den Vorschlag an – verblüfft, wie er später gestand. Luthers engster Vertrauter Melanchton war entsetzt, wegen der als unschicklich empfundenen Zeit – immerhin wurden die Bauern zu Tausenden getötet, aber auch wegen der Wahl Luthers – Katharina war ihm zu stolz und zu eigensinnig.

Die katholischen Gegner Luthers verfassten zotige Flugblätter über den Mönch und die „entlaufene Nonne“ = Erasmus von Rotterdam dagegen lobte: „Luther fängt jetzt an, milder zu werden, und wütet nicht mehr so mit der Schreibfeder; nichts ist so wild, dass es nicht beim Weibchen zahm würde“.

Am 13. Juni 1525 traute der Stadtpfarrer Johann Bugenhagen in Gegenwart des Justus Jonas, des juristischen Professors Apel und des Malers und Ratsherrn Lukas Cranach, Martin Luther mit Katharina von Bora in Wittenberg.

Philipp Melanchton äußert sich 1525 ein weiteres mal mit den Worten: „ unerwarteterweise hat Luther die Bora geheiratet, ohne auch nur seine Freunde über seine Absichten zu unterrichten  

Für den 27.06.1525 wurde von Luther eine größere Feier mit einem Hochzeitmahl festgesetzt, an der auch seine Eltern teilnahmen. Es kam zur Aussöhnung mit seinem Vater.

Das junge Paar zieht in das Kloster der Augustinereremiten, dem heutigen Lutherhaus. Das Haus wurde der Familie Luther 1523 als Eigentum überschrieben. Katharina gebar ihrem Mann 3 Söhne und 3 Töchter. Vier erreichten Heiratsalter.

Als im Jahre 1552 in Wittenberg die Pestepedemie ausbrach, verließ Katharina die Stadt, um in Torgau Zuflucht zu finden. Kurz vor der Stadt verunglückte ihr Wagen. An schweren inneren Verletzungen verstarb sie kurz vor Weihnachten 1552. Ihr Grabstein befindet sich in der Stadtkirche St. Marien zu Torgau.

Im Wohn- und  Sterbehaus Katharina von Bora befindet sich die Katharina Luther-Stube, die einzigste Gedenkstätte Luthers Ehefrau.

© Familien- und Kirchenforschung Archiv der Evangelischen Helmert / Kirchengemeinde Enkirch